Familienleben

Juhuu, wir haben einen Kindergartenplatz…

13. Dezember 2018

… schrieb ich vor ein paar Wochen auf Twitter. Wir freuten uns so sehr, nun doch schon einen Platz zu bekommen.

Wir unterschrieben alles, kauften ein und bereiteten alles vor. Dann war der 03. Dezember. Die U7 stand an und ich gab unserem Kinderarzt, den gelben Zettel. Er fragte mich, ob ich das wirklich schon möchte und wies mich auf die Probleme, mit Timo damals, hin. Ich überlegte und sagte, zögerlich, ja. Ich sah ihm an, das er nicht begeistert war, denn er kennt meine Kinder sehr gut, auch wenn wir nur 2 mal im Jahr da sind. Das hätte mir schon zu denken geben sollen. Er sagte noch, das wir da die Impfung etwas verschieben, das sie nicht gleich Fieber bekommt und wünschte uns einen guten Start.

Tag 1.

Wir starteten 8. 30 Uhr. Ich ging mit ihr in den Gruppenraum und wir wurden stürmisch begrüßt. Jelena blieb die erste halbe Stunde nur auf dem Arm, aber das konnte ich mir denken. Nach einer halben Stunde war dann die Obstpause und gleichzeitig wurde Jelenas Geburtstag nachgefeiert und gesungen. Sie lachte ein bisschen. Danach ging es raus und sie hatte sichtlich Spaß, aber blieb immer bei mir. Halb 11 sind wir dann nach Hause.

Tag 2.

Wieder ging es halb 9 los. Heute lief sie schon rein, aber nur an meiner Hand. Sie ließ mich nicht los. Nach der Obstpause ging es wieder in den Garten und ich sollte drinnen bleiben. Das ging anfangs gut, doch dann fing sie an mich zu suchen und weinte. Ich ging zu ihr und tröstete sie. Halb 11 gingen wir wieder nach Hause und ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, das ich sie schon alleine lassen musste, ohne Verabschiedung und obwohl sie sich noch nicht sicher fühlte.

Tag 3.

Wieder ging es halb 9 los. Die Erzieherin sagte mir, gleich am Anfang, das wir jetzt ein bisschen Dampf machen müssen, denn sie möchte Jelena, in 2 Tagen, alleine mit auf einen Ausflug nehmen. Nach einer viertel Stunde sollte ich mich, für 2 Stunden, verabschieden. Ich tat dies. Sie weinte so bitterlich, ich stand noch 5 Minuten vor der Gruppentür. Es wurde ruhig, also bin ich gegangen. Ich ging, in der Nähe, spazieren. Es war bitterlich kalt. Ca. 10 Minuten von der Kita entfernt, hörte ich, in meinem Unterbewusstsein, wie sie sich die Seele aus dem Leib brüllt. Ich hatte so ein mieses Gefühl und bin gleich zurück. Neben an ist die Grundschule von Timo. Als ich da vorm Eingang stand, hörte ich Jelena und das wirklich, so laut war sie. Ich rannte halb, denn das konnte nicht gut und auch nicht normal sein. Ich zog mich schnell aus und ging in den Gruppenraum. Da lag sie, schreiend und völlig fertig auf dem Fußboden und lies sich von niemanden anfassen. Ich nahm sie auf meinem Arm kuschelte sie und sprach ihr gut zu. Nach einer halben Stunde hat sie sich endlich beruhigt. Die Erzieherin wusste nicht, was sie mit Jelena machen sollte, aber angerufen hat sie mich auch nicht. Sie sagte mir dann, das Jelena nur 2 Minuten ruhig war. Ich setzte mich mit Jelena zu den anderen Kindern und versuchte sie zum Essen und spielen zu ermutigen, doch nichts ging mehr. Ich verabschiedete mich dann und ging mit ihr nach Hause.

Am späten Nachmittag redete ich mit meinem Mann, denn ich weinte ständig und auch am Abend noch. Ich hab so ein schlechtes Gewissen. Ich weiß doch das Jelena sehr anhänglich ist und nicht mal bei meinem Mann bleibt, ohne zu weinen. Warum dann schon Kindergarten. Selbst der Kinderarzt wusste, es wird nicht klappen. Nur ich war blind. Wir überlegten wie wir weiter machen. Schlussendlich entschieden wir uns dazu, es abzubrechen. Es muss nicht sein und wir müssen sie nicht so quälen. Dafür bekommen wir keine Kinder. Die 2 darauf folgenden Tage, waren die Hölle. Ich kann keinen Schritt mehr alleine machen, sie ständig bei einen von uns auf den Arm und alleine schlafen geht gar nicht. Abends muss sie wieder in den Schlaf getragen werden und Mittags schläft sie nur auf meinem Mann. Nachts schreit sie im Schlaf und das richtig dolle und lässt sich nur schwer beruhigen und man bekommt sie kaum noch aus dem Haus, weil sie Angst hat, wieder dahin zu müssen. Es war ein sehr großer Fehler von uns, den wir nun wieder gerade biegen müssen. Wir haben uns dazu entschieden, das sie weiterhin zu Hause betreut wird.

Ich geben euch den Rat, wenn ihr eure Kinder in eine Einrichtung bringen müsst/wollt, dann lasst euch nicht unter Druck setzen. Nehmt euch die Zeit, die ihr und eure Kinder braucht. Auf uns kommt jetzt wieder viel  Bindungsarbeit zu und wir müssen neues Vertrauen gewinnen.

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